Neurofeedback

Neurofeedback, Teilbereich des Biofeedbacks, ist ein weltweit eingesetztes und international wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Messung und Verbesserung der Gehirnaktivität. Verschiedene Störungsbilder wie z.B.
  • AD(H)S,
  • Epilepsie,
  • Tinnitus,
  • Autismus,
  • Schlaganfall,
  • Suchtkrankheiten,
  • Tic-Störungen, Angststörungen,
  • Depressionen,
  • Migräne,
  • Stimmungsschwankungen und
  • Schlafstörungen
werden mithilfe des Neurofeedbacks sinnvoll (auch unterstützend zu bestehenden Behandlungsverfahren) behandelt. Auch zur
  • Steigerung der Entspannungsfähigkeit,
  • Erhöhung der Stresstoleranz,
  • Training von Aufmerksamkeit und Konzentration sowie zur
  • Erhöhung der Aufnahmefähigkeit
lässt sich das Verfahren des Neurofeedbacktrainings einsetzen.
Ziel des Neurofeedback ist eine nachhaltig positive Beeinflussung der Wahrnehmung, des Denkens, der Aufmerksamkeit, des Verhaltens und des Wohlbefindens durch eine Optimierung der Hirnströme.

Basierend auf den Erkenntnissen der Gehirnforschung lassen sich bestimmte Verhaltensmuster immer auf dieselben Gehirnwellenmuster zurückführen, welche im EEG (Elektroenzephalogramm) dargestellt werden können. Im Neurofeedbacktraining werden nun verschiedene Leistungen des menschlichen Gehirns in messbaren Hirnwellen erfasst und trainiert. Dem Patienten wird dabei permanent eine Rückmeldung (engl. Feedback) über die sinnvollen Änderungen seiner Hirnaktivität gegeben. Auf diese Weise kann der Patient lernen, seine Auffälligkeiten zu normalisieren, um die Symptome der jeweiligen Störung zu verbessern.
Bei einer ca. 60 min. Sitzung werden am Kopf des Patienten drei bis fünf Sensoren befestigt, die die Hirnströme an dem Computer weiterleiten und dort sichtbar machen. Dem Patienten können so positive Veränderungen seiner Hirnaktivität sofort zurückgemeldet werden.

In der Regel wird von 20-40 Sitzungen ausgegangen. Ein Mindestalter für die Anwendung von Neurofeedback gibt es ebenso wenig wie ein Höchstalter. Die Wirkung einer Neurofeedbacktherapie ist ähnlich dem eines längerfristigen Lernprozesses, da das Gehirn seine Aktivitätsmuster nachhaltig verändert, d.h. die Effekte von Neurofeedbacktraining werden kaum wieder verlernt.



Biofeedback

Biofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, bei dem mithilfe von Messgeräten und einem Computer Körperprozesse rückgemeldet, sichtbar und bewusst gemacht werden können. Bei diesen nicht oder nur ungenau wahrgenommenen Körperprozessen handelt es sich z.B. um die Muskelspannung (-aktivität), die Temperatur, die Atmung, den Puls (Herztätigkeit, Blutfluss) oder den Hautleitwert. Der Patient soll nun lernen durch eindeutige Rückmeldungen seine körperlichen Prozesse zu beeinflussen und dauerhaft zu verändern, um so z.B. Stress, Ängsten, Belastungen sowie Schmerzen und Muskelverspannungen entgegenzuwirken. Ziel der Biofeedback-Behandlung ist somit die gezielte Wahrnehmung und Beeinflussung körperlicher Prozesse, die für die Aufrechterhaltung von psychischen, psychosomatischen und körperlichen Beschwerden verantwortlich sind. Je nachdem, welche körperlichen Prozessen bewusst gemacht und trainiert werden sollen, erstrecken sich die Einsatzgebiete des Biofeedbacks über:
  • Angst- und Zwangsstörungen,
  • Panikattacken,
  • spezifische Phobien,
  • chronischer Tinnitus,
  • Schlafstörungen,
  • Migräne,
  • Spannungskopfschmerz,
  • Schlaganfall (Apoplex),
  • neuromuskuläre Reedukation,
  • Muskeltics,
  • spastische Lähmung,
  • Paresen,
  • Schreibkrampf,
  • Durchblutungsstörungen (z.B. Morbus Raynaud oder Reflexdystrophie),
  • Bluthochdruck,
  • chronischem Stress,
  • Burnout
  • chronischer Belastungsstörung
  • chronischer Erschöpfung
  • kalten Händen und Füßen
  • Bruxismus
  • Temporomandibuläre Dysfunktion
  • chronischer Rückenschmerz und
  • Fehlhaltung des Bewegungsapparates.
Beispielsweise werden beim Training des Hautleitwertes zwei Elektroden an den Fingern oder der Handinnenfläche befestigt. Beim sogenannten „Handerwärmungstraining“ wird ein thermischer Sensor an einem Finger mithilfe eines Klettbandes bzw. Klebestreifens angebracht oder zwischen Daumen und Zeigefinger festgehalten. Wurde diese Verfahren vom Anwender gelernt, kann das Training bei Bedarf auch mithilfe eines portablen Sensors für unterwegs und zuhause weitergeführt werden.